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 bauprojekt  -f- "gate"  
klang und kunst  
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bauprojekt

Erfahrungsbericht ueber das Bauprojekt   "GATE" .

Entworfen für die internet seite www.didgeridoo-physik.de

"Zu meiner Person und persönlichen Vorlieben"

Ich komme aus dem süddeutschen Raum, genauer zwischen Stuttgart und Ulm. 1997, 25 Jahre nach meiner Geburt, hauchte ich das erste mal in den hohlen Stamm. Sowohl die Neugierde, wie ein Didgeridoo aus einheimischen Hölzern klingen mag, als auch die damals wie heute zum Teil sehr hohen Preise für ordentliche Instrumente, brachten mich 1999 zum bauen eigener Sticks. Seit dieser Zeit ist die Internetseite www.didgeridoo-physik.de mein ständiger Begleiter. Mein Respekt gilt all den Mitgliedern dieser interessanten und informativen Seite.
Frank Geipel lernte ich auf dem Swizzeridoo 2004 kennen. Durch die gemeinsamen Interessen halten wir in regelmäßigen Abstand Kontakt zueinander.
Meine Vorlieben liegen zur Zeit bei langsam perkussiven Spiel mit schweren, harten Hölzern vorzugsweiße Yidakis.
Schon 2005 baute ich anhand eines CADSD-Entwurfes der Tonlage E / Horn F ein Didgeridoo, das auch auf dieser Seite mit Soundfile vorgestellt wurde (tolles Allround-Didgeridoo).


"Toninfektion"

Als ich im Herbst 2005 ein Sven Molder Konzert besuchte war es Liebe auf den ersten Ton als er sein „Baby“, wie er es selber nennt, anspielte. Es handelte sich um ein Yidaki der Tonlage F, das von Djalu Gurruwiwi und David Howell gebaut wurde. Nach seinem Konzert und einer lustigen Jam Runde holte ich mir Svens Erlaubnis das Yidaki anhand von Tonmaterial von Frank Geipel analysieren zu lassen um sich bei dem Eigenbau an diesem anzulehnen. Schon kurze Zeit später hatte ich von Frank den CADSD Ausdruck mit entsprechender Klanganalyse in meinen Händen.


        Sven während seinem Konzert

"Manufaktur"


Als Baumart wählte ich eine Esche mit einem Alter von über 30 Jahren.
Die Länge betrug 160 cm, bei einem Durchmesser von ca. 14 cm.

 

                           

Vor dem Aufsägen schälte ich den Rohling von außen so, dass seine konische Form entstand, bei der eine Wandstärke von etwa 20mm eingeplant war.
Danach machte ich mich an's Aufsägen. Ich verwendete eine elektrische Fuchsschwanzsäge, mit der ich den Rohling axial durchsägte.
Nun riss ich die Innendurchmesser(Querschnitte) / Längenmaße, die ich von Frank bekam, auf die Halbschalen auf. Mit Hilfe von Durchmesserschablonen arbeitete ich die Innenform aus dem Holz, wobei ich, auf Anraten von Frank für optional erforderliches Feintuning, im Bellbereich die letztlichen Fertigdurchmesser noch nicht vollständig ausarbeitete. Der gesamte Herstellungsprozess verlief auf Grund meiner inzwischen 7-jährigen Didgeridoobau-Erfahrung sehr unspektakulär.
Nach dem Ausarbeiten der Innenform klebte ich die Halbschalen zusammen. Hiefür verwende ich einen wasserfesten Leim.
Nun kam der Moment, den wohl jeder Didgbauer an seiner Arbeit so liebt: das erste Anspielen!! Der Grundton lag noch einen halben Ton unter F und kam mit einem für diese Tonlage überwältigendem Bass aus dem Holz. Ich ließ das Instrument für die Tuningphase bewusst 2 cm pro Seite länger - daher die etwas tiefere Grundtonlage.

Während des ersten Spielens merkte ich schon diesen „instabilen“ Zustand im mittleren bis hohen Frequenzbereich... da wobbelt was! Toll, aber jetzt erst mal den Leim trocknen lassen und nicht mehr spielen (das fällt einem Didgeridoosüchtigen besonders schwer!)!
Während des Trocknungsprozesses sägte ich das Instrument nach und nach auf die endgültige Länge zu.
Nach etwa 4 Wochen Trocknung und Grobtuning schickte ich Frank den ersten, nach seinen Anforderungen erzeugten Soundfile, zur Analyse. Am selben Abend rief mich Frank zurück und meinte, dass die gesamte Klangcharakteristik sich schon beeindruckend nah an der von Svens Instrument läge. Der Grundton läge allerdings noch um 1,4 Hz unterhalb des Vorbilds.

Ich traf Sven Molder beim Vollmond-Didg und Grillabend in Esslingen. Er selbst spielte abwechselnd das Original und den Nachbau und war sichtlich überrascht. Er meinte allerdings, dass der Vorwärtspull noch einen Tick langsamer kommt. Dies lag auch daran, dass ich am gesamten Instrument und speziell im Anspielbereich noch jede Menge Holz drauf hatte und das Mundstück noch nicht optimiert war.

 


Sven vergleicht  

Da mich der leichte Grundtonunterschied, der übrigens nur beim abwechselnden Anspielen des Orginals und des Nachbaus hörbar war, störte, entschied ich, Frank nochmals zu kontaktieren, so dass er mir sagen konnte wo ich noch etwas am Instrument zu bearbeiten hätte, ohne die Klangcharakteristik zu verlieren.

Er simulierte dies nochmals durch und übermittelte mir die sehr geringfügigen Eingriffe: eine minimale Bellaufweitung und Kürzung im Mundstückbereich. Das Endtuning nahm ich direkt am Meer an der Westküste von Korsika vor. Dabei hatte ich meinen Minidisc-Player, auf dem ich Aufnahmen des Orginal Instrumentes hatte, das von Sven gespielt wurde. So gingen Tage ins Land, an denen ich immer wieder spielte, mit Sven´s Aufnahme verglich, feilte, schliff, spielte... . Ich weitete das Bell und kürzte das Didgeridoo nochmals minimal.

 

tunen und vergleichen am Meer

Dann passte es endlich!!! Ich hörte keinen Unterschied mehr zum Orginal. Fertig ... ich war happy!! Einen Abend danach lernte ich ein paar lustige Bongoleute am Meer kennen und konnte dort meinen Stick zum ersten mal richtig rocken!!! Die Lautstärke meines Instrumentes konnte sogar noch gegen 2 Djemben standhalten. Geile Nacht!
Kurz nach meinem Urlaub fuhr ich mit meinem neuen Eigenbau zum Swizzeridoo in die Schweiz. Dort angekommen traf ich Frank und lernte Ansgar Stein kennen. Es dauerte auch nicht lange und wir testeten unsere Eigenbauten auf Herz und Nieren. Als auch Gumaroy (Australien) das Instrument kurz anspielte und begeistert meinte, wir sollten uns jetzt anschnallen, bevor er es -rockte-, wusste ich, dass wir nichts falsch gemacht hatten ...

   

Ansgar und Frank

 

    

                             kleine Session im Bus                                        Markus, Gumaroy und Frank

[hier gibts den sound dazu]

noch nicht verfuegbar

 

Fazit für dieses Instrument:
Es ist ein für mich perfektes Instrument, dessen Klangbild dem Original so nahe kommt, dass es sehr schwer fällt, es von diesem zu unterscheiden. Trotz Allem ist es natürlich keine 100%ige Kopie des Originals, was, wie ich meine, grundsätzlich nicht möglich ist und von mir auch nicht so gewollt war. Ich habe es vom Gewicht schwerer und die Wandstärke so gestaltet, dass es meinen derzeitigen Spielstil optimal unterstützt.
My baby is born!

Sven vor seinem Konzert im Dez. 2006 im Dogida.

Links Franks -F- aus Bongossi Holz; in den Händen Bernds -F-; rechts Svens -F-

 

Mein Dank gilt besonders Sven Molder, der es uns erlaubte, das in seinem Besitz befindliche Instrument klanglich zu analysieren. Besten Dank natürlich auch Frank Geipel für seinen Einsatz bei der akustischen Rekonstruktion der Innenform und den vielen kleinen Tipps zum Feintuning!

Sven: Ich hoffe, wir können unsere Babys mal wieder zusammen spielen lassen !!

                                                              


 

 

   

                                                         

 

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